Leben im Rollstuhl

  • kleiner Auszug aus einem Lebensbericht
  • Als Rudolf in die Schule kam, zogen ihn die Mutter oder die Großeltern im Leiterwagen jeden Tag dorthin und seine Schulkameraden wieder zurück. Schon früh trug der Sohn mit Dienstleistungen zum Unterhalt der vaterlosen kleinen Familie bei. Sein erstes Geld verdiente er im Liegen: Vom Bett aus, das er wegen einer schmerzhaften Hüftgelenksentzündung als Zwölfjähriger für mehrere Monate hüten musste, verkaufte er so genannte Garbenbinder an vorbeikommende Dorfbewohner. Die Schnüre mit Holzklötzchen dran, die zum Bündeln des Getreides gebraucht wurden, hingen am Fensterladen. Das Geld legten die Käufer dem Jungen aufs Fensterbrett.

    WR Leben mit Bilder von Liane von Droste